Honigbienen (Apis mellifera) sind der zentrale Modellorganismus in der Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln. Doch lassen sich ihre Reaktionen auf Wildbienen übertragen? In einer zweijährigen Versuchsserie untersuchte das Institut für Bienenschutz unter Laborbedingungen die Sensitivität verschiedener Wildbienenarten (Bombus terrestris, Osmia bicornis, O. cornuta, Andrena vaga, Colletes cunicularius, Megachile rotundata) im Vergleich zur Honigbiene nach feldrealistischer Kontaktexposition. Die Ergebnisse wiesen auf deutliche artspezifische Unterschiede hin , wobei ökologische Merkmale sowie genetische Faktoren die Reaktionen auf Pflanzenschutzmittel maßgeblich zu beeinflussen scheinen. Die Bedeutung der Berücksichtigung von weiteren Bienenarten in der Risikobewertung konnte aufgezeigt werden.
Inhalt: Honig- und Wildbienen im Vergleich: Wie gut eignet sich die Honigbiene für die Risikobewertung?
Beteiligte Personen
- Tobias Jütte
- Anna Wernecke
- Anke Dietzsch
- Felix Klaus
Publikationen
- Jütte, T., Wernecke, A., Klaus, F., Pistorius, J., Dietzsch, A.C. (2023) Risk assessment requires several bee species to address species-specific sensitivity to insecticides at field-realistic concentrations. Sci Rep 13. https://doi.org/10.1038/s41598-023-48818-7
- Dietzsch, A., Jütte, T. (2020) Non-Apis bees as model organisms in laboratory, semi-field and field experiments. Journal für Kulturpflanzen 72 (5), 162-172. doi.org/10.5073/JfK.2020.05.06
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