Staging!

Zum Inhalt springen
Zur Hauptnavigation springen
Gehe zur Startseite des Lebensgrundlagen für morgen sichern.
Suche öffnen
Gehe zur Startseite des Lebensgrundlagen für morgen sichern.
Lebensgrundlagen für morgen sichern

Navigation

Inhalt: Fachgespräch zu Nutzhanf bringt Forschung, Züchtung, Anbauverbände und Politik am JKI in Braunschweig zusammen

 

Nutzhanf könnte künftig eine immer wichtigere Rolle auf deutschen Äckern spielen – als robuste Kulturpflanze mit positiven Fruchtfolgeeigenschaften und großem Potenzial für nachhaltige Produktionssysteme … aber die rechtlichen Regelungen bedürfen einer Überprüfung, so das Fazit des Fachgesprächs zum Nutzhanf, zu dem das Julius Kühn-Institut am 28.01.2026 nach Braunschweig geladen hat.

Vor dem Hintergrund des europäischen Green Deals und mit der Wiederaufnahme der Faserhanfforschung am JKI-Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde ab 2025 wurde klar: Der Bedarf an Wissen, Austausch und praxisnaher Forschung ist groß – ebenso wie das Interesse von Landwirtschaft und verarbeitender Industrie.

Die Fasern können u.a. zu Textilien, Baustoffen, Papier sowie zu Verbundstoffen verarbeitet und die Schäben bzw. der Holzkern auch als Einstreu genutzt werden. Teilweise können auch die Nüsschen als Lebensmittel verwendet werden, etwa als Hanföl. Dafür gibt es Sorten, die speziell für die Samennutzung gezüchtet wurden, aber auch so genannte Doppelnutzungssorten, wo sowohl die Fasern als auch die Nüsschen nach der Ernte Verwendung finden können. Bei Nutzhanfsorten, die auf dem Feld stehen, muss der THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegen und die Sorten müssen in der EU-Sortenliste eingetragen sein.

Welche Rolle spielt Nutzhanf heute und welche morgen? 

Zum JKI-Fachgespräch kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Züchtung, Politik und Praxis in Braunschweig zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftspotenziale der vielseitigen Nutzpflanze zu diskutieren. Mit besonderer Spannung wurde die Einordnung der rechtlichen Rahmenbedingungen zu Nutzhanf seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMLEH) erwartet.

Die Fachvorträge gaben einen Überblick über 30 Jahre Hanfforschung in Deutschland, thematisierten die Gewinnung von ausreichend europäischem Nutzhanf-Saatgut und die Herausforderungen der Hanfzüchtung sowie die Möglichkeiten und Grenzen ausgewählter Ernteverfahren. Die Potenziale für die Baustoffgewinnung wurden ebenso vorgestellt, wie die Inhaltsstoffforschung zu Minor-Cannabinoiden.

„Die Fachvorträge mündeten in intensive Diskussionen an der Schnittstelle von Innovation, Regulierung und nachhaltiger Wertschöpfung. Dem Wunsch der Teilnehmenden entsprechend, soll der offene und konstruktive Austausch in weiteren Fachgesprächen fortgesetzt werden“, berichtet Jorita Krieger. Die JKI-Forscherin hatte das Treffen federführend organisiert in Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom JKI-Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde und mit dem JKI-Forschungskoordinator Dr. Florian Bittner.

Am JKI-Standort Braunschweig-Bundesallee wird ausschließlich zu Nutzhanf geforscht. Im aktuellen Projekt „HemPFi“ (gefördert von der FNR, Förderkennzeichen: 2224NR124X) wird dabei auf Sorten für die Fasernutzung fokussiert. Es sollen aber auch zwei reine Samensorten getestet werden. Darüber hinaus sollen internationale Nutzhanf-Akzessionen aus verschiedenen Genbanken phänotypisiert werden, um eine Grundlage für mögliche Neuzüchtungen zu schaffen.

Ähnliche Nachrichten

Veröffentlicht am