Mit Kostproben von „Piwis und Schowis“ war das das Julius Kühn-Institut (JKI) vom 10. bis zum 13. Februar 2026 auf der Biofach, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg, vertreten. Auf dem Stand des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in Halle 9-355 präsentieren die beiden JKI-Fachinstitute für Züchtungsforschung an Obst und für Rebenzüchtung aktuelle Forschungsergebnisse in Form neuer pilzwiderstandsfähiger Rebsorten aus der Calardis-Reihe mit Blanc, Musque, Soleil und der roten Royal und der Schorfwiderstandsfähigen Apfelsorte Pia41, die sich durch ein gute Lagerfähigkeit auszeichnet. Die ess- und trinkbaren Ergebnisse aus den langjährigen Zuchtprogrammen sind auch für den Ökoanbau hochrelevant, sparen sie doch den vielfachen Einsatz von fungiziden Kupfer-Schwefelverbindungen. Die Einsparungsraten für die Pflanzenschutzmittel betragen zwischen 50 bis 80 Prozent.
Inhalt: JKI stellt auf BIOFACH Neuzüchtungen bei Apfel und Rebe vor und überzeugt VIPs und Fachpublikum von deren nachhaltigen Anbaupotenzial.
Die Besuchenden erfuhren, wie moderne Züchtungsmethoden – von Introgression aus Wildarten bis zur Pyramidisierung stabiler Resistenzgene – zu Sorten führen, die sowohl den ökologischen Anforderungen als auch den Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht werden. Unter dem Motto „Wein und Äpfel mit allen Sinnen erleben“ ludt das JKI-Standpersonal dazu ein, PIWI-Weine und neue Apfelsorten sensorisch kennenzulernen, vom vorsichtigen Erschnuppern von Aromaprofilen der Weine bis zum herzhaften Biss in den Apfel oder einen Schluck sortenreinen Apfel- und Rebsaft. Dazu standen beispielsweise schwarze Verkostungsgläser bereit, die eine farbneutrale Wahrnehmung des Bouquets der Weine ermöglichte, so konnten Aromakomponenten erschnuppert werden ohne zwangsläufig des Wein auch trinken zu müssen.
Hintergrund: Die Biobranche ist geprägt von einem Generationswechsel. Die Biopioniere, die anfänglich noch für ihre Taten und Überzeugungen belächelt wurden, gehen in Rente und machen Platz für gut vernetzte, aufgeklärte Nachwuchskräfte mit hoher Affinität zu Sozialen Medien. War vor einigen Jahren noch die Grande Dame des Artenschutzes Jane Goodall Keynote-Speakerin bei der Eröffnungsveranstaltung, so war es in diesem Jahr die Umweltaktivistin Lisa Neugebauer, die aus der “Fridays-for-Future-Bewegung“ kommt.
Sie rührte mit ihrer Motivationsrede Karen Mapusa, die Präsidentin der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM-Organics International) zu Tränen. Dabei war ihre Message sehr einfach, angesichts der Weltlage mit real existierender Klimakatastrophe wäre es keine Option die Hoffnung aufzugeben und nicht weiter zu machen. Es ginge darum, den Beweis zu erbringen, dass es anders geht, gemeinsam und mit der Erde. Neugebauer selbst sieht sich dabei als Glied in der Generationenkette, deren einzelne Glieder versuchen das richtige zu tun, durch Umstellung auf Bio-Landwirtschaft, durch Reduktion des eigenen CO2-Footprints, durch Recycling, konsequente Nutzung erneuerbarer Energien, Schaffung fairer Arbeits- und Lebensbedingungen weltweit.
Anlässlich der von der BLE organisierten Feierstunde mit Tortenanschnitt zu 25 Jahren Bundesprogramm Ökologischer Landbau, kurz BÖL, fanden auch viele VIP-Gäste den Weg zum BMLEH-Stand. So probierten u.a. die Vorstandsvorsitzende des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Tina Andres, BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig, Georg Forster der Verbandschef von ECOVIN, dem Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V. und auch Eröffnungsrednerin Lisa Neugebauer und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer die neue Apfelsorte Pia41.
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