Start ist am 22. Mai, dem Internationalen Tag der Biodiversität.
(Braunschweig) Vor einem Jahr startete das deutschlandweite Bürgerwissenschaftsprojekt GartenDiv zur Erforschung der Pflanzen-Vielfalt in Deutschlands Gärten. Am 22. Mai, dem internationalen Tag der Biodiversität, geht diese Garten-Inventur in die zweite Runde. Innerhalb der nächsten vier Wochen, konkret vom 22. Mai bis zum Sommeranfang am 21. Juni, sind Gärtnerinnen und Gärtner aus ganz Deutschland dazu aufgerufen, eine möglichst vollständige Inventur ihres Gartens vorzunehmen. Die GartenDiv-Tage werden zudem als wiederkehrendes Format etabliert.
Das Julius Kühn-Institut hat mit seinem Institut für Bienenschutz gemeinsam mit der Universität Leipzig, dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), dem Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands und Flora Incognita das Projekt GartenDiv initiiert. Die Projektleitung von GartenDiv hat Dr. Ingmar Staude vom Institut für Biologie der Universität Leipzig inne, als Mitglied vom iDiv.
Die tatsächliche Biodiversität in deutschen Gärten ist bislang kaum erfasst. GartenDiv will diese Lücke schließen, um das ökologische Potenzial von Gärten sichtbar zu machen. Die wiederkehrenden GartenDiv-Tage schaffen die Datengrundlage, um Veränderungen in der Artenzusammensetzung über die Zeit sichtbar zu machen. Das Projekt soll aber nicht nur wissenschaftliche Daten liefern, sondern auch die Umweltbildung fördern, indem es Menschen motiviert, sich mit den vielen Pflanzenarten, die in einem Garten vorkommen können, auseinanderzusetzen. „Da viele Wildbienenarten auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind, hängt das Vorkommen der Wildbienen mit dem Vorkommen der Pflanzenarten direkt zusammen. So lassen sich beispielsweise durch das Pflanzen von Glockenblumen die auf diese Pflanzengattung spezialisierten Arten in den Garten locken“, sagt Henri Greil vom Julius Kühn-Institut für Bienenschutz.
Im zweiten Jahr geht es darum, dass die Teilnehmenden möglichst alle Pflanzen in ihrem Garten aufnehmen, ausdrücklich auch Obst- und Gemüsepflanzen, Zier- und Wildpflanzen, auch unscheinbare Kräuter und kleinen Pflanzen, die sonst leicht übersehen werden. „Denn diese Vielfalt unterschiedlichster Blühpflanzen auf engstem Raum bietet eine sehr gute Nahrungsverfügbarkeit für zahlreiche Wildbienenarten. Daher konnten wir in unserem Wildbienenmonitoring der Stadt Braunschweig in Gebieten mit vielen Gärten die meisten Wildbienenarten nachweisen“, führt Greil weiter aus.
Dazu wurde die bereits weit verbreitete Flora Incognita App zur automatischen Pflanzenerkennung für das Community-Science-Projekt GartenDiv angepasst. Das geschieht in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und der Technischen Universität Ilmenau. Die App erfasst die pflanzliche Vielfalt des Gartens, egal ob Haus-, Klein-, Schulgarten oder Balkon, indem die Teilnehmenden die Pflanzen in ihrem Garten fotografieren sowie Fragen zu ihren Beobachtungen beantworten. Weitere Informationen, neue Funktionen sowie konkrete Anleitungen zur Teilnahme sind auf der Webseite https://floraincognita.de/gartendiv/ verfügbar.