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FyloSüki

Bewertung der Trockenstresstoleranz ausgewählter Süßkirschsorten und -unterlagen zur Optimierung eines wasserschonenden Erwerbsobstanbaus


Laufzeit

2025-12-01 bis 2026-11-30

Projektleitung

  • Stefanie, Reim


Zuständige Fachinstitut

Institut für Züchtungsforschung an Obst


Beteiligte JKI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

  • Stefanie, Reim


Gesamtziel des Projektes

In Deutschland werden auf einer Fläche von insgesamt über 45.000 Hektar verschiedene Obstsorten kultiviert. Der Apfel nimmt dabei 70% der Anbaufläche ein, gefolgt von der Süßkirsche mit 11,5 %. Infolge des Klimawandels sind die Obstbäume zunehmend extremen Hitzeereignissen und Wassermangel während der Vegetationsperiode ausgesetzt, was die Obstproduktion selbst in bewässerten Gebieten gefährdet. Dabei zeigen Süßkirschen eine ausgeprägtere Empfindlichkeit gegenüber Trockenstress im Vergleich zu Apfelbäumen. Diese Anfälligkeit lässt sich durch das flachere Wurzelsystem der Süßkirsche, ihre geringere Toleranz gegenüber Schwankungen im Wasserhaushalt sowie den hohen Wasserbedarf während der Fruchtentwicklung erklären. Ein Wassermangel während der Fruchtentwicklung führt nicht nur zu deutlichen Ertragseinbußen von 30 bis 40 %, sondern wirkt sich auch negativ auf die Fruchtgröße und -qualität aus. Darüber hinaus hat Trockenstress langfristige Auswirkungen auf die Vitalität der Süßkirschbäume, da dieser zu einer kontinuierlichen Schwächung der Pflanzen führt, wodurch deren Anfälligkeit für Krankheitsbefall erhöht wird.Die Bewässerung im Süßkirschenanbau ist heute in den meisten Regionen unverzichtbar, um Trockenstress zu vermeiden und eine hohe Fruchtqualität und hohe Erträge zu sichern. Während der Hauptwachstumsperiode der Früchte (Mai bis Juli) werden etwa 30 Liter Wasser pro Quadratmeter Baumfläche benötigt, um die Wurzeln ausreichend zu versorgen. Neben dem gezielten Einsatz der Bewässerung stellt die Wahl geeigneter Süßkirschensorten eine zentrale Maßnahme zur ressourceneffizienten und -schonenden Wassernutzung dar. In diesem Zusammenhang wird empfohlen, Sorten und geeignete Unterlagen für den Anbau zu wählen, die mit minimaler Bewässerung auskommen. Jedoch liegen bisher nur wenige Erkenntnisse über den spezifischen Wasserbedarf der gängigen Süßkirschensorten bzw. -unterlagen vor. Es besteht daher ein dringender Bedarf an systematischen und genauen Untersuchungen zur Trockenstresstoleranz der gängigen Süßkirschensorten und -unterlagen. Ziel des geplanten Projektes ist es daher, sowohl etablierte als auch neue Süßkirschensorten und -unterlagen hinsichtlich ihrer Toleranz gegenüber Trockenstress zu evaluieren. Mithilfe der Fylloclips sollen 13 Süßkirschsorten und 6 Süßkirschunterlagen (siehe Tabelle 1 im Anhang) hinsichtlich ihrer Trockenstresstoleranz am Julius Kühn-Institut (JKI-ZO) bewertet werden. Dazu sollen die ausgewählten Süßkirschsorten und -unterlagen in 2 aufeinanderfolgenden Topfversuchen randomisiert unter zwei Bewässerungsregimen geprüft werden. Dafür ist vorgesehen, 13 Süßkirschensorten in 6-facher Wiederholung auf Piku 1-Unterlagen zu veredeln. Für die Evaluierung der Süßkirschunterlagen sollen 6 Unterlagen mit zwei Sorten veredelt werden, die bei der Evaluierung der Süßkirschsorten im Sommer 2024 in der Genbanksammlung des JKI sehr starken Trockenstress (z.B. ‚Lapins‘) und sehr geringen Trockenstress (z.B. ‚Vanda‘) gezeigt haben. Drei Veredelungen je Sorte/Unterlage werden optimal mit Wasser versorgt, während die anderen drei Veredelungen je Sorte/Unterlage nur reduziert gegossen werden. Während des Versuchs wird die Transpiration mit Hilfe der Fylloclips gemessen und die Daten mittels WLAN für die nachfolgende Datenanalyse aufgezeichnet. Zusätzlich werden weitere Parameter wie z.B. Welkeerscheinungen, Chlorophyllgehalt, Stomatadichte und Prolingehalt erfasst. Für den Versuch werden die Pflanzen auf einem Topfplatz mit künstlicher Bewässerung kultiviert. Eine Befeuchtung der Töpfe durch Niederschlag wird durch das Abdecken der Töpfe mit Folie verhindert. Aus den gewonnenen Daten können Empfehlungen für den Anbau trockenstresstoleranter Süßkirschensorten und -unterlagen abgeleitet werden. Gleichzeitig ermöglicht die Transpirationsmessung mit den Fylloclips ein kontinuierliches Monitoring der Wasserversorgung im Feld. Bestätigt sich ihre Praxistauglichkeit, könnten diese Sensoren künftig im Erwerbsobstbau eingesetzt werden, um Wassermangel effizient und in Echtzeit zu erfassen, um dem Anbauer in Zukunft eine gezielte, kostengünstige und ressourcenschonende Bewässerung seiner Obstplantagen zu ermöglichen. Zudem liefern die Untersuchungen wichtige Erkenntnisse über die genetischen Mechanismen der Trockenstresstoleranz. Das ist eine essenzielle Grundlage für die Züchtung widerstandsfähiger Sorten und die zukünftige Bereitstellung von neuen trockentoleranten Süßkirschensorten für den Anbau.


Mittelgeber

QS Fachgesellschaft Obst-Gemüse-Kartoffeln GmbH