Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde
Mit dem steigenden CO2-Gehalt der Atmosphäre im Klimawandel ist mit erhöhten Kornerträgen von Weizen zu rechnen, gleichzeitig sinkt jedoch der Proteingehalt aufgrund gesteigerter Kohlenstoffaufnahme und gleichzeitig verringerter Konversion von Nitrat-N in Blatt-Protein. Zunehmende Klimavariabilität erschweren zudem eine bedarfsgerechte Bestandesführung. Ziel des Vorhabens ist daher die Aufrechterhaltung der Proteinversorgung mit Weizen, der auch unter veränderten Klimabedingungen wie höheren CO2-Konzentrationen und zunehmender Trockenheit hohe Proteingehalte und Backqualität aufweist. Ob, in welchen Anbaugebieten, und unter welchen Gegebenheiten hohe Proteinerträge auch zukünftig in der deutschen Weizenproduktion erzielt werden können und welche spezifischen Anpassungsmaßnahmen für eine nachhaltige Weizenproteinerzeugung im Klimawandel ergriffen werden können, ist daher Fragestellung des Projekts.Die konkreten Ziele gestalten sich wie folgt:1.) Identifikation vielversprechender Weizengenotypen (inkl. QTLs) für hohe Proteingehalte, Backqualitäten, und Proteinerträge unter zukünftigen Klimabedingungen (insbesondere erhöhter CO2-Gehalt und Trockenstress) durch komplementäre Gewächshausversuche sowie Freilandversuche mit FACE (free air carbon dioxide enrichment)-Anlage2.) Bewertung des Züchtungsfortschritts im Klimawandel zum Proteinertrag und Qualitäten unter Berücksichtigung des CO2-Düngeeffekts und diverser abiotischer Stressoren (Wetter-Indices) mittels Sekundärdatenanalyse (u.a., Wertprüfungsdaten & BRIWECS-Daten)3.) Deutschlandweite Modellierung zukünftiger Proteinerträge mittels prozessbasierter Agrarökosystemmodelle bis zum Ende des Jahrhunderts sowie Entwicklung und Bewertung von gezielten Anpassungsmaßnahmen inkl. Sortenwahl, Aussaatfenster, N-Düngungsstrategien und Bewässerung4.) Aufstellung von Handlungsempfehlungen zur effektiven Klimaanpassung für die landwirtschaftliche Praxis, Pflanzenzüchtung, Agrarpolitik und Wertschöpfungsketten
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat