Institut für Biologischen Pflanzenschutz
Um gesetzte Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen ist ein enormer Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig, darunter auch die Solarenergie. Um einen Landnutzungskonflikt zwischen Landwirtschaft und Energieerzeugung zu vermeiden, könnten zunehmend Agriphotovoltaik (APV)-Systeme eingesetzt werden. Im vorliegenden Projekt sollen vertikal APV-Anlagen untersucht werden. In vertikal APV-Anlagen werden die Module vertikal in Reihenabständen von min. 8 m installiert, sodass die Fläche zwischen den Modulen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann. Derzeit besteht noch eine erhebliche Wissenslücke hinsichtlich der Kompatibilität der agrarischen und photovoltaischen Nutzung. Insbesondere die potenziellen Effekte auf die funktionelle Biodiversität als wichtiger Garant der Erzeugung ertragreicher und gesunder Nutzpflanzen in einem solchen System sind unerforscht. Daher soll in diesem Forschungsvorhaben der Einfluss von vertikalen APV-Anlagen auf die funktionelle Biodiversität untersucht werden. Dabei werden zwei bestehenden Anlagen genutzt, um dort Abundanzen und Vielfalt ausgewählter Taxa (Schwebfliegen, Grabwespen und Spinnen) aufzunehmen. Des Weiteren sollen Möglichkeiten erprobt werden, wie vertikale APV-Anlagen gestaltet werden können, um die Ansiedlung und Förderung von Nützlingen zu unterstützen und somit bestimmte Schädlinge in ihrem Vorkommen zu reduzieren. Hierzu werden verschiedene Elemente entwickelt, die in APV-Systeme integriert werden können (z. B. Blühstreifen oder Nisthilfen in den Halterungen) und in der Praxis erprobt. Das Forschungsvorhaben soll erste Bausteine dazu liefern, wie eine ökologische Aufwertung von vertikalen APV-Systemen gelingen kann, die gleichzeitig für die Landwirtschaft einen Mehrwert dadurch erzeugt, dass durch Schädlingsregulierung und Bestäubung ein verbesserter und ertragreicher Anbau gelingt.
Deutsche Bundesstiftung Umwelt